F1 Inanspruchnahme der Früherkennungsuntersuchung U8

Definition

Inanspruchnahme der Früherkennungsuntersuchung U8 bezogen auf die Kinder mit vorgelegtem Vorsorgeheft zum Zeitpunkt der Einschulungsuntersuchung differenziert nach dem Migrationshintergrund

Empirische Relevanz

Präventiv werden bei Kindern bis zum 6. Lebensjahr die Früherkennungsuntersuchungen U3 bis U9 angeboten. Die Inanspruchnahme ist ein Indikator zur Nutzung des Gesundheitssystems. Der Indikator zeigt Unterschiede im Gesundheitsverhalten in Bezug auf Prophylaxe zwischen der Bevölkerung mit und ohne Migrationshintergrund auf. Daraus resultiert eine unterschiedliche Gesundheitsgefährdung bei einzuschulenden Kindern. Generell ist ein hoher Grad der Inanspruchnahme der Früherkennungsuntersuchung U8 anzustreben.

Bewertung des Indikators

Indikator zu Gesundheitsverhalten und Gesundheitsgefährdung. Wegen der immer noch sehr uneinheitlichen Datenerhebung ist die Vergleichbarkeit der Ergebnisse zwischen den Ländern stark eingeschränkt.

Datenquelle

Für Gesundheitswesen zuständige Ministerien, Ämter bzw. Behörden der Länder, Schuleingangsuntersuchung;
siehe auch Datenquellen in 5. Bericht zum Integrationsmonitoring der Länder 2015 – 2017 (PDF)

Methodische Besonderheiten

Seit dem Jahr 2013 liegt eine abgestimmte einheitliche Definition für die Erhebung des Migrationshintergrunds in der Schuleingangsuntersuchung vor, deren Einsatz von der Gesundheitsministerkonferenz empfohlen wird. Ein Migrationshintergrund liegt demnach vor, wenn ein Kind und mindestens ein Elternteil nicht in Deutschland geboren ist oder beide Eltern nicht in Deutschland geboren sind oder beide Eltern eine nichtdeutsche Staatsangehörigkeit haben.

Die Erhebung der Merkmale für die einheitliche Definition des Migrationshintergrundes bei den Einschulungsuntersuchungen kann jedoch bisher aus unterschiedlichen Gründen nicht in allen Ländern (flächendeckend) umgesetzt werden.
Bis 2017 folgten Bremen, Hamburg, Saarland, Sachsen-Anhalt (für 12 von 14 Landkreisen), Rheinland- Pfalz (für rund 26,6 Tausend von rund 35,9 Tausend Kindern) und Niedersachsen (für rund 18,6 Tausend von rund 70 Tausend Kindern) dieser Referenzdefinition. Für Berlin werden nur in Deutschland geborene Kinder berücksichtigt, weshalb die Vergleichbarkeit nicht vollständig gegeben ist. Weitere Länder verwenden unterschiedlich stark abweichende Definitionen des Migrationshintergrundes (Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Thüringen). Da in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen gar nicht nach Migrationshintergrund differenziert wird, können zur dortigen Inanspruchnahme der Früherkennungsuntersuchung keine migrationssensiblen Aussagen getroffen werden.
Andere Länder verwendeten unterschiedlich stark abweichende Definitionen des Migrationshintergrundes (Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Nordrhein- Westfalen, Schleswig-Holstein, Thüringen). Mangels Differenzierung nach Migrationshintergrund können zur Inanspruchnahme der Früherkennungsuntersuchung U8 in Bremen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und im Saarland keine migrationssensiblen Aussagen getroffen werden.

Downloads

EXCEL-Tabelle mit Daten des Jahres 2013 – 2017:

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