Zielsetzung und Konzeption des Integrationsmonitorings der Länder

Integrationspolitik ist auf verlässliche und differenzierte Informationen angewiesen. Folglich gibt es einen Bedarf an Daten, die Auskunft darüber geben, ob und in welcher Weise sich die Integration der Menschen mit Migrationshintergrund (zum Begriff siehe „Das Konzept des Migrationshintergrundes“) vollzieht und in welchen Bereichen es Defizite gibt und Handlungsbedarf besteht. Das Integrationsmonitoring der Länder soll Stand und Entwicklungsprozesse in den Bereichen Integration und Migration regelmäßig und länderscharf abbilden. Aufgabe ist, die Entwicklung der Integration anhand von validen und nachvollziehbaren quantitativen Indikatoren nachzuzeichnen1.

Das Monitoring umfasst Indikatoren mit demografischen Grunddaten zur Zuwanderung und zur Zusammensetzung der Bevölkerung mit und ohne Migrationshintergrund sowie Indikatoren zu den Themenfeldern rechtliche Integration, Kindertagesbetreuung und Sprachkenntnisse, Bildung, Arbeitsmarkt und Lebensunterhalt, Gesundheit, Wohnen, Kriminalität sowie Interkulturelle Öffnung. Seit 2017 umfasst es auch auch Daten zu Asyl und Flucht. Mit dem nunmehr 6. Bericht werden erstmalig auch Ergebnisse auf der Grundlage subjektiver Indikatoren dargestellt2.

Auf diese Weise soll das Monitoring zu einer sachlichen Diskussion über die Entwicklung von Migration und Integration beitragen. Gleichzeitig stellt es eine Grundlage für die Integrationsberichterstattung der einzelnen Bundesländer dar.

Das Monitoring hat nicht zum Ziel, integrationspolitische Maßnahmen zu beschreiben und deren Wirkung zu analysieren. Eine Bewertung der Integrationspolitik verschiedener Länder – darunter auch Deutschlands – wird regelmäßig in Form des Migrant Integration Policy Index (MIPEX)3 veröffentlicht.

1 Zum Integrationsmonitoring siehe: Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (Hrsg.) (2017a): Die Messung von Integration in Deutschland und Europa. Möglichkeiten und Grenzen bestehender Monitorings. SVR-Bericht 1. Berlin. sowie Filsinger, Dieter (2014): Monitoring und Evaluation - Perspektiven für die Integrationspolitik von Bund und Ländern. WISO Diskurs, Friedrich-Ebert-Stiftung. Bonn.

2 Die Länderberichterstattung verwendet zunehmend subjektive Indikatoren. Vgl. hierzu Hessisches Ministerium für Soziales und Integration (2020): Der Hessische Integrationsmonitor. Daten und Faken zu Migration, Integration und Teilhabe in Hessen – Fortschreibung 2020. Wiesbaden. https://www.hessen.de/sites/default/files/media/hessischer_integrationsm... sowie Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg (2020): Integrationsbericht des Landes Baden-Württemberg 2020. Bericht zum Stand der Integration und zur Anwendung des Partizipations- und Integrationsgesetzes. Stuttgart. https://stm.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-sm/intern/downlo...

3 Siehe zuletzt Migration Policy Group – MPG/Barcelona Centre for International Affairs – CIDOB (Eds.) (2020): MIPEX 2020 – Measuring policies to integrate migrants across five continents. http://www.mipex.eu/